Rheinlabs4.0 (ABH056)

Mikrotechnik ermöglicht moderne und „smarte“ Objekte für Kommunikation, Mobilität, alltägliches Leben und Gesundheit. In der Vergangenheit wurde die Zusammenarbeit der Mikrotechnik von der FH Vorarlberg und NTB Buchs auf einer informellen Basis gepflegt. In diesem Projekt soll nun die Grundlage für eine institutionalisierte gemeinsame Nutzung der jeweiligen Infrastruktur und des jeweiligen Know-hows gelegt werden.

Die Herstellung dieser Objekte findet in Reinräumen mit kontrollierter Temperatur, Feuchte und Staubfreiheit statt, in denen spezialisierte Maschinen und Geräte stehen. Diese Infrastruktur ist sehr kostenintensiv in Beschaffung, Unterhalt und Versorgung und komplex zu bedienen. Sie muss entsprechend intensiv ausgelastet und bewirtschaftet werden.

Die Prozesse, die zu einem finalen Produkt führen, wie z.B. zu einem Beschleunigungssensor, werden hintereinander in Form einer „Prozesskette“ durchgeführt. Eine große Herausforderung besteht darin, dass für eine staatliche Forschungsinstitution die Pflege einer vollständigen Prozesskette mit mehreren spezialisierten Anlagen sehr ressourcenintensiv und teils nicht sinnvoll ist.

Eine Prozesskette zu entwerfen, die auf „verteilter Infrastruktur“ beruht, ist anspruchsvoll, bedingt dies doch, dass die Experten für die einzelnen Schritte eng zusammenarbeiten, auf die Infrastruktur zeitlich genau geplant zugreifen können und alle Prozesse und Prozessparameter konsequent dokumentieren.

Um nun auf einer „gemeinsamen Prozesskette“ basierend Mikrosysteme herstellen zu können, soll ein „gemeinsames aber verteiltes Labor“ eingerichtet werden, das rheinübergreifendes Prozessieren von Substraten ermöglicht. Dieses Vorhaben schafft neue Aspekte, die gemeinsam geklärt werden müssen, die von rechtlichen über administrativen und organisatorischen Fragen bis hin zu Themen der IT, der Lehre und des Qualitätsmanagement reichen. Unser gemeinsames Projekt etabliert ein gemeinsames Reinraumlabor mit

  • verteilter Infrastruktur, wobei der kombinierte Anlagenpark beider Institutionen genutzt werden kann;
  • virtueller Planung, damit Prozessketten und logistische Einzelheiten systematisch behandelt werden; dazu soll ein IT-Tool zur Planung sowie eine virtuelle Darstellung beider Reinräume eingerichtet werden
  • Das Hauptziel dieses Projektes ist es, die institutionelle Kooperation zwischen FHV und NTB so zu etablieren, dass eine vollständige Prozesskette gemeinsam durchgeführt und nachhaltig gepflegt werden kann.

Um zu einer praktikablen, wirtschaftlichen und von den Mitarbeitern gut angenommenen Lösung zu gelangen, werden während des Projekts einige reale Komponenten bzw. Systeme realisiert, um als konkrete Beispiele und Testfälle für die angestrebte Lösung zu dienen.

Diese Zusammenarbeit führt zur Stärkung beider Partner in allen drei Aspekten angewandter Forschung:

  • ein wesentlich erweitertes Angebot für industrielle Kunden, das die Akquise und Durchführung von ambitionierten Projekten ermöglicht
  • einer Plattform zur Aus- und Weiterbildung von Studenten, die mit modernsten Fertigungsverfahren und mit der Steuerung einer ganzen Prozesskette aus solchen Verfahren und den damit verbundenen Problemen konfrontiert werden können
  • ein wesentlich erweitertes Angebot für die akademischen Partner mit der Möglichkeit, gemeinsam gute Publikationen zu veröffentlichen.

 

  Projekttitel

Rheinlabs4.0, Ein verteiltes, virtuell geplantes und gemeinsam genutztes Mikotechnik-Labor
Website  
Projektzeitraum 01.06.2017-31.05.2020

Kofinanzierungssatz

EU: 60,00%

CH: 40,00%

Beteiligte Länder

AT, CH
   
   

 

Leadpartner

FH Vorarlberg GmbH
FZ Mikrotechnik
Campus V - Hochschulstraße 1
6850 Dornbirn
Österreich

Projektpartner

  • Interstaatliche Hochschule für Technik Buchs NTB, Buchs (CH)
     
 

Kosten

Förderung

EU:

€ 405.300,00

€ 243.180,00
Schweiz:

€ 375.422,01

€ 150.168,80
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 780.722,01 € 393.348,80