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Interreg IV (2007-2013)

Interreg IV – Eine Erfolgsgeschichte

English version

 

Fördermittel

Dem Interreg IV-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein standen für die Förderperiode 2007 bis 2013 insgesamt 23.871.170,00 € an Fördermitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Davon wurden rund 22.941.000,00 € tatsächlich ausbezahlt, es konnte somit eine Auszahlungsquote von ca. 96% erreicht werden. Auf Schweizer Seite betrug das Budget an Fördermitteln 7.745.000,00 €, tatsächlich ausbezahlt wurden rund 7.200.000,00 €, d. h. also ca. 93% des zur Verfügung stehenden Gesamtbetrages. Projektträger aus dem Fürstentum Liechtenstein beteiligten sich mit knapp 800.000,00 € am Programm.

Die hohe Fördermittel-Auslastung ist bereits ein eindeutiger Indikator für den großen Erfolg des Programms. Aber auch die Verteilung der einzelnen Projekte auf die sechs Aktionsfelder der beiden Förderprioritäten Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Innovation und Standortqualität und Ressourcenschutz spricht in dieser Hinsicht eine deutliche Sprache.Von den insgesamt 97 Projekten (einschließlich Technischer Hilfe), die im Rahmen des Programms durchgeführt wurden, fielen 11 in das Aktionsfeld 1.1 Förderung von Innovation und Wissenstransfer, 18 in das Aktionsfeld 1.2 Förderung von Netzwerken und Kooperation, 10 in das Aktionsfeld 1.3 Förderung des Humankapitals und der grenzüberschreitenden Mobilität, 25 in das Aktionsfeld 2.1 Förderung der Standortattraktivität, 15 in das Aktionsfeld 2.2 Erhalt und Verbesserung der Infrastruktur und 17 in das Aktionsfeld 2.3 Erhalt der natürlichen Ressourcen und des kulturellen Erbes sowie Schutz vor Naturgefahren. Somit war jedes Aktionsfeld mit 10 oder mehr Projekten repräsentiert, und die ganze thematische Bandbreite und Vielfalt der beiden Förderprioritäten wurde mehr als hinreichend abgedeckt. Das Querschnittsziel der nachhaltigen Entwicklung wurde in hohem Maß erreicht, das Programmgebiet und seine Bevölkerung und Wirtschaft konnten weiterhin stark vernetzt werden und haben sich durch die realisierten Projekte nachhaltig verändert, und auch das zweite Querschnittsziel Gleichstellung von Frauen und Männern und Nichtdiskriminierung wurde von einer Reihe von Gender- und Inklusionsprojekten mit Nachdruck verfolgt. So sind die erreichten Ergebnisse im Ganzen sehr zufriedenstellend und stimmen vollständig mit der ursprünglichen Zielsetzung überein, die darin bestand, die Wettbewerbsfähigkeit der Region und der dort ansässigen Unternehmen zu erhalten und auch auf lange Sicht die Attraktivität der Region als Standort für Wohnen und Arbeiten zu bewahren und zu verbessern.

 

Ziele

Eines der Hauptziele des Interreg IV-Programms war nach wie vor die Überwindung der als trennend und erschwerend empfundenen Staatsgrenzen im Programmgebiet. Diesem Problem wurde durch die Vielzahl der geförderten Projekte sowohl auf institutioneller als auch bevölkerungsorientierter Ebene in besonderer Weise Rechnung getragen. Hier ist stellvertretend hinzuweisen auf Projekte wie „2000-Watt-Städte“, das 10 Städte aus Deutschland, Österreich und der Schweiz unter dem Leitgedanken der Energieeinsparung vernetzte und dafür im Jahr 2014 vom Klimabündnis Europa mit dem europäischen Klima-Preis „Climate Star“ ausgezeichnet wurde, auf „D-CH-Literaturfestival“, das inzwischen als „Erzählzeit ohne Grenzen“ in 37 Städten und Gemeinden beiderseits der deutsch-schweizerischen Grenze ein fest etabliertes jährlich stattfindendes Großereignis für Autoren und Publikum aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ist und bei dem sich natürlich auch auf interkommunaler Ebene ein außerordentlich fruchtbarer Vernetzungseffekt eingestellt hat – oder auch auf Projekte wie „Special Olympics“, das zu einem Anziehungspunkt für sportbegeisterte Menschen mit Behinderung sowie deren Angehörige und Freunde rund um den Bodensee geworden ist, und nicht zuletzt auf „Leistungsverbund Orchestermusik“, das mit seinen Aufführungen des Gustav-Mahler-Zyklus und weiterer ausgewählter Werke unter der Leitung des internationalen Star-Dirigenten Kirill Petrenko für Furore beim Publikum in Österreich und Deutschland sorgte.

 

Projekte-Spektrum

Ein weiterer Programmschwerpunkt war die Förderung der Wirtschaft und ihrer grenzüberschreitenden Vernetzung. Dieser Bereich wurde u. a. abgedeckt durch Projekte wie „Internationaler Wirtschaftsraum Bodensee“, „Plattform für Projekt- und Prozessmanagement“, „Expo Real“, „Creative Industries“ und „Karriere im Süden“, die alle auf die eine oder andere Weise daran mitarbeiteten, die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Bodenseeraum zu steigern, Betriebe zu vernetzen und das Wertschöpfungspotential der Region zu erhöhen. Außerdem war das Projekt „Internationaler Wirtschaftsraum Bodensee“ im Besonderen darum bemüht, durch die Schaffung der Identitäts-Marke „Vierländerregion Bodensee“ und die Einweihung eines zugehörigen Internetportals die Wirtschaftsregion international als Einheit zu präsentieren und zu etablieren.

Die Projekte im Tourismus- und Freizeitbereich waren besonders zahlreich und vielfältig. Darunter befanden sich Wander- und Radwanderprojekte wie „Der Weg der Schwabenkinder“, „Erlebnisraum Hochrhein“ und „Radrundweg Nagelfluhkette“, Museums- und Destinationsprojekte wie „Die Schwabenkinder“, „Naturpark Nagelfluh“ oder „Silvretta historica“, Projekte der regionalen Vernetzung wie „Internationale Bodensee-Weinroute“ oder „Der Bodensee – Die Wiege der europäischen Gartenbaukultur“, Projekte, die eine grenzüberschreitende Professionalisierung der Tourismus-Betriebe (Hotels, Pensionen) anstrebten wie etwa „Tourismusexperte 2010“.

Problemen des Arbeitsmarkts widmeten sich fünf Projekte, die sich zum einen mit Integration und Vermittlung von Jugendlichen auf dem Arbeitsmarkt, zum anderen mit grenzüberschreitend einheitlicher universitärer Ausbildung pädagogischer Fachkräfte und schließlich mit Rekrutierungsstrategien für technische Fachkräfte im europäischen Umfeld sowie mit Fachkräftewerbung und –vermittlung im Programmgebiet befassten.

Auch der Bereich Gender Mainstreaming war mit zwei Projekten repräsentiert, die sich der Schaffung von Chancengleichheit zwischen Frauen und Männern und den Abbau von herkömmlichem stereotypem Rollenverhalten verschrieben. Alle vier am Programm beteiligten Staaten gehörten zu ihrem Wirkungsbereich.

Umwelt und Natur waren weitere Schwerpunkte in der Projektrepräsentation. Hier reichte das Spektrum von der Untersuchung des Klimawandels über die Neuvermessung des Bodensees zum Zweck einer verbesserten Uferplanung und Absicherung sowohl der Trinkwasserversorgung für mehr als vier Millionen Menschen als auch des langfristigen Gewässerschutzes, den Schutz der Landwirtschaft vor den Folgen des Klimawandels, die Bewahrung archäologischer Funde in den Flachwasserzonen des Bodensees, den wirkungsvollen und nachhaltigen Schutz vor Hochwasser, den Schutz der Kulturlandschaft vor baulichem Wildwuchs, die Untersuchung und Erhaltung von Seeforellen, die Untersuchung der Mikro-Verunreinigung des Bodensees, die Renaturierung von Auenwäldern, die Rettung der Obstgartenvögel, die Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren, die Erhaltung der biologischen Vielfalt, die Vereinheitlichung der Gewässerbewertung zwischen der Schweiz und Deutschland bis hin zur Erstellung einer grenzüberschreitend nutzbaren Pflanzenschutzdokumentation für die Landwirtschaft.

Der Bereich Verkehr war mit zwei Projekten vertreten. Diese beiden Projekte konnten eine große Wirkung erzielen. Es handelte sich dabei um die „Tageskarte Euregio Bodensee“ und um die „Vernetzung öffentlicher Verkehrssysteme“. Letzteres Projekt widmete sich erfolgreich der grenzüberschreitenden Vernetzung der ÖV-Systeme Vorarlbergs und der angrenzenden Schweiz. Das andere Projekt war noch weitaus erfolgreicher. Es wird in seinem Ergebnis in der SWOT-Analyse für die Programmperiode 2014-2020 im Bereich Umwelt, Energie und (nachhaltiger) Verkehr ausdrücklich unter den Stärken der Region aufgeführt. Die Euregio-Tageskarte hat sich inzwischen ganz eindeutig als ein wichtiger grenzüberschreitender Tarifverbund für den öffentlichen Verkehr in der Region etabliert und bewährt und erleichtert vielen Bewohnern der Region und zahllosen Touristen ein schnelles, effizientes und preiswertes Reisen über die Ländergrenzen hinweg.

Für den Bereich Soziales, Gesundheit und Kultur – Gesellschaftliche Infrastruktur konnten mehr als ein Dutzend Projekte akquiriert werden, die sich nachhaltig mit sozialer Integration und Inklusion, mit Gesundheitsvorsorge und Behandlungsmethoden auf den Gebieten Adipositas, Brustkrebs oder kardiologische Erkrankungen, mit der Schaffung von Gesundheitsnetzwerken allgemeiner Art, mit der Bereicherung des historischen und kulturellen Angebots (Museen), mit kulturellen Veranstaltungen oder Dienstleistungen („Kulturelles Erbe online“, „Kulturhandy ABH“) im Programmgebiet befassten. Auch hier wurde viel für die Vernetzung von Institutionen untereinander geleistet, und die Bevölkerung hat die ihr durch die Projekte zur Verfügung gestellten Angebote bereitwillig und flächendeckend angenommen.

Auch der Bereich Bildung und Wissenschaft war mit rund zehn Projekten sehr gut vertreten. Hier ist besonders die IBH (Internationale Bodensee-Hochschule) hervorzuheben, der größte Hochschulverband Europas mit 30 Hochschulen innerhalb der Vier-Länder-Region Bodensee, mit dem Projekt „Schwerpunktsetzung und Profilschärfung der IBH“, das mit Hilfe einer Vielzahl von Subprojekten die grenzüberschreitende Vernetzung von Studierenden und Dozierenden, die Weiterentwicklung der hochschulartenübergreifenden Zusammenarbeit sowie den Aufbau transparenter und effizienter Strukturen im Wissens- und Technologietransfer wie auch die Bildung von gemeinsamen Schwerpunkten in Forschung, Lehre, Wissens- und Technologietransfer im Hinblick auf die regionale Entwicklung vorantrieb. Es gab aber auch einige Schul- und Schülerprojekte wie „Schule im alpinen Raum“, „Kleine Schulen im alpinen Raum“ oder „Musikgymnasium Schiers“, die Bildungsaspekte mit dem Erwerb kultureller Fertigkeiten und mit der Förderung strukturschwacher Gebiete verbanden. Ein Industrieforschungs-Projekt befasste sich mit der Entwicklung von Funktionsmustern von miniaturisierten Sensorsystemen mit telemetrischer Datenübertragung, deren Anwendungsmöglichkeiten sich von der Medizintechnik über die Logistik, die Überwachungstechnik, die Regelung wichtiger Systemkomponenten bis hin zu Identifikationssystemen aller Art erstrecken, in denen drahtlose Übermittlung bevorzugt wird. Mit diesem Projekt („MiniTel“) wurde ein grenzüberschreitender Wirtschafts-Cluster gebildet, dem verschiedene Forschungseinrichtungen und Industriefirmen aus der Förderregion angehören.

Kennzeichnend für die Förderperiode 2007-2013 war mithin eine ausgesprochene Themenvielfalt und Bandbreite der durchgeführten Projekte. Das Spektrum der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit reichte vom kulturellen Bereich über Sport, Tourismus, Forschung, Entwicklung, Wissenschaft, Innovation, Gender Mainstreaming, Wirtschaft, Handwerk und Arbeitsmarkt, Archäologie, Geodäsie, Bildung und Ausbildung, Landwirtschaft und Obstwirtschaft, Umwelt, Klimaschutz und Klimawandel, Energieeinsparung und Energieeffizienz, Schutz vor Naturgefahren, Gesundheitswesen, Nahversorgung, Naturschutz und Naturpflege, Verkehr, Verwaltungszusammenarbeit, Raumentwicklung und Stadtplanung, Jugend und Familie, Museums- und Ausstellungswesen bis hin zur sozialen Inklusion. Damit hat das Interreg IV-Programm Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein in der vergangenen Förderperiode einen äußerst wertvollen Beitrag zu den Schwerpunktzielen der Europäischen Union geleistet und die Situation für die Menschen im Programmgebiet wesentlich verbessert.

 

Zu den Projekten von Interreg IV

Abschlussbericht

Zusammenfassende Projektübersicht