Maßnahmenentwicklung gegen Kirschessigfliegenschäden (ABH013)

Das Projekt hatte zum Ziel, Schutzmaßnahmen gegen Schäden der Kirschessigfliege zu entwickeln bzw. ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und zu verbessern. Hierbei wurden Labor-, Halbfreiland- und Freilandversuche durchgeführt, in denen die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln und alternativen Methoden wie Einnetzen, Massenfang sowie die Wirkungsweise von Lockstoffen und Repellentien geprüft wurde.

Das Hauptaugenmerk der ersten Projektphase lag auf der Konzeptionierung des Projektes. Hierzu wurden die Erkenntnisse aus dem vorangegangenen Interreg IV Projekt zur Kirschessigfliege in das aktuelle Projekt eingebunden sowie Versuchsanlagen und Apparaturen entwickelt und installiert. Während des gesamten Projektzeitraumes wurde von allen Projektpartnern in den jeweiligen Regionen ein Monitoring der Kirschessigfliege durchgeführt. Ziel des Monitorings war das Auftreten der Kirschessigfliege und die von ihr verursachten Schäden länderübergreifend in räumlicher und zeitlicher Ausdehnung zu erfassen. In den jeweiligen Projektregionen wurden hierzu Fallen in den Anlagen aufgehängt und diese in regelmäßigen Intervallen ausgezählt.

Zusätzlich wurden Fruchtproben genommen und diese auf Befall untersucht. Als Befallsmerkmal dienten die in den Früchten abgelegten Eier oder Larven. In allen Projektjahren und Projektregionen konnte ein verstärktes Auftreten der Kirschessigfliege ab etwa Mitte Juli beobachtet werden. Ab diesem Zeitpunkt nahmen die Fangzahlen und die Schadereignisse zu. Letztere endeten im Jahresverlauf natürlicherweise mit Ende der Fruchtsaison. Wohingegen die Fangzahlen bis zum Jahresende anstiegen und anschließend abebbten bis in den ersten Wochen des Folgejahres nur noch wenige Tiere gefangen wurden. Dies zeigt jedoch, dass die Fliege auch im Winter ab gewissen Temperaturen (> 5°C bis 8°C) flugaktiv ist. Aufgrund fehlender Früchte können zu dieser Zeit keine Schäden verursacht werden, aber je nachdem wie viele Tiere den Winter überleben, startet die Population mit mehr oder weniger Tieren in ein neues Jahr und davon abhängig auch ihr Schadpotenzial. Im Versuchswesen wurden im Projekt Versuche zur Wirkung aktueller und neuer Pflanzenschutzmittel durchgeführt. Diese fanden sowohl im Labor, in Halbfreilandversuchen sowie direkt beim Praktiker im Freiland statt.

Weiterhin konnten Kenntnisse über die Effektivität von verschiedenen Fallensystemen, von Lockstoffen und Deterrentien, der Kühlung geernteter Ware, alternativer Methoden wie dem Massenfangverfahren und dem Köderverfahren und der Wirkung von Gesteinsmehlen sowie der Installation verschiedener Schutznetzvarianten gewonnen werden. Bei den Versuchen stellte sich heraus, dass auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung der Kirschessigfliege nicht verzichtet werden kann. Die Effektivität alternativer Methoden in alleiniger Verwendung und bei hohem Schädlingsdruck konnte als unzureichend bewertet werden. Methoden wie Massenfang und Köderverfahren könnten als Unterstützung einer Schutzstrategie eingesetzt werden um beispielsweise die Problematik von zu kurzen Wartezeiten sowie der zugelassenen Gesamtmenge einzelner Pflanzenschutzmittel zu umgehen. Als besonders wirkungsvoll stellte sich der Einsatz von Schutznetzen dar. Hier sollte mindestens ein Netz mit einer Maschenweite von 1,2mm x 1,2mm oder enger verwendet werden und dieses mit sauberem Bodenabschluss rund um die Anlage installiert werden. Den besten Schutz diesbezüglich liefert eine Volleinnetzung (Seiten und Dach). Als länderübergreifende Schutzstrategie kann im Rahmen des Projektes folgendes formuliert werden: Den effektivsten Schutz gegen Schäden der Kirschessigfliege liefert eine Kombination aus Einnetzen (Volleinnetzung), dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und einer sorgfältigen Hygiene der Anlage.

 

  Projekttitel

Entwicklung praktikabler Maßnahmen zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden durch die Kirschessigfliege

Website www.kob-bavendorf.de
Projektzeitraum 01.04.2015 - 31.12.2018

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

 

Beteiligte Länder

DE, CH, AT
   
   

 

Leadpartner

Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee
Schumacherhof 6
88213 Ravensburg
Deutschland

Projektpartner

  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (D)
  • Landwirtschaftskammer Vorarlberg (AT)
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AT)
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (D)
  • Agroscope Institut für Pflanzenbauwissenschaften (CH)
  • Landeswirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, Fachstelle Obstbau (CH)
  • Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen, Fachstelle Obstbau (CH)
  • Strickhof Dienstleistungen/Spezialkulturen/Fachstelle Obstbau (CH)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 1.123.171,63
€ 673.902,97
Schweiz: € 0,00 € 0,00
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 1.123.171,63
€ 673.902,97