Maßnahmenentwicklung gegen Kirschessigfliegenschäden (ABH013)

Das Projekt hat zum Ziel, Schutzmaßnahmen gegen Schäden der Kirschessigfliege zu entwickeln bzw. ihre Praxistauglichkeit zu überprüfen und zu verbessern. Die Kirschessigfliege besitzt ein sehr hohes Schadpotential. Um hohe wirtschaftliche Schäden zu vermeiden, müssen möglichst schnell geeignete Schutzstrategien und Informationssysteme entwickelt werden.

In der Bodenseeregion etabliert sich seit 2011 die aus Asien stammende Kirschessigfliege, welche aufgrund einer kurzen Generationsdauer und einem breiten Wirtsspektrum ein sehr hohes Schadenspotential besitzt. Besonders im Jahre 2014, bei dem die Kirschessigfliege durch den milden vorangegangenen Winter nur eine geringe natürliche Populationsreduktion erfahren hat, wurden gravierende Schäden von Obstbaubetrieben sowohl in der Schweiz als auch in Deutschland gemeldet. Auch aus Österreich kamen Schadensmeldungen. Bislang gibt es grenzübergreifend noch keinen einheitlichen und verlässlichen Schutz vor Schäden durch die Kirschessigfliege.

Im Projekt sollen grenzüberschreitend in Frage kommende Regulierungsmöglichkeiten überprüft bzw. angepasst und neue entwickelt werden. Eine besondere Herausforderung ist hierbei die unterschiedliche Gesetzgebung in den drei Staaten. Beispielsweise unterscheiden sich häufig die Wartezeiten von gleichen Wirkstoffen. Durch die länderübergreifende Zusammenarbeit werden die spezifischen Erfahrungen, die die Projektpartner in ihren jeweiligen Regionen sammeln, zusammengeführt und einheitliche Methoden entwickelt. Diese können nach Etablierung großflächig und koordiniert eingesetzt werden. Denn ein wirksamer Schutz gegen wirtschaftliche Schäden durch die Kirschessigfliege kann nur gewährleistet werden, wenn flächendeckend und grenzübergreifend mit einer gleich hohen Effektivität Bekämpfungsmaßnahmen eingesetzt werden.

In Labor-, Halbfreiland- und Freilandversuchen werden hierbei Maßnahmen wie Einnetzen, Massenfang und die Wirkungsweise natürlicher Lockstoffe oder Insektenschutzmittel untersucht. In einem Monitoring wird ständig die Entwicklung der Kirschessigfliegenpopulation in der Region überprüft. Außerdem kann hier ebenfalls ein Monitoring von Nützlingen sowie die Berechnung von Schadschwellen eingebunden werden. Durch den ständigen Austausch des aktuellen Untersuchungsstandes zwischen den Projektpartner, auf regelmäßig stattfindenden Projektreffen, ist die Entwicklung eines dynamischen, dem Schadinsekt angepassten Schutzkonzepts auch über die Landesgrenzen hinweg möglich.

Alle Erkenntnisse aus diesem Projekt werden über Beratungsstellen (Warndienste), über Informationssysteme sowie über Tagungen und Informationsveranstaltungen an die Praxis weitergegeben. Somit dient dieses Projekt in erster Linie dem Obstproduzenten und dem Obsthandel. In zweiter Linie profitiert der Verbraucher aus den Ergebnissen dieses Projektes, da er dank der entwickelten Methoden hochwertige Produkte erwerben kann. Besonders zu betonen ist dabei die Reichweite dieses Projektes, die wie die Kirschessigfliege selbst Ländergrenzen überschreitet.

 

  Projekttitel

Entwicklung praktikabler Maßnahmen zur Vermeidung von wirtschaftlichen Schäden durch die Kirschessigfliege

Website www.kob-bavendorf.de
Projektzeitraum 01.04.2015 - 31.12.2018

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

 

Beteiligte Länder

DE, CH, AT
   
   

 

Leadpartner

Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee
Schumacherhof 6
88213 Ravensburg
Deutschland

Projektpartner

  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (D)
  • Landwirtschaftskammer Vorarlberg (AT)
  • Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit GmbH (AT)
  • Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft (D)
  • Agroscope Institut für Pflanzenbauwissenschaften (CH)
  • Landeswirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg, Fachstelle Obstbau (CH)
  • Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen, Fachstelle Obstbau (CH)
  • Strickhof Dienstleistungen/Spezialkulturen/Fachstelle Obstbau (CH)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 1.123.171,63
€ 673.902,97
Schweiz: € 0,00 € 0,00
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 1.123.171,63 € 673.902,97