Demografie-Netzwerk (ABH018)

Der demografische Wandel stellt eine Herausforderung dar, die nicht vor den Landesgrenzen halt macht. Auf den Gebieten aller Projektteilnehmer ist – ohne Zuzüge von außen – eine Abnahme der Bevölkerung bereits jetzt zu beobachten und für die Zukunft in noch ausgeprägterer Weise zu erwarten. Die verbleibende Bevölkerung wird älter und durch den Zuzug von Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit ausländischen Wurzeln heterogener. Für die Gebietskörperschaften gilt es zu reagieren: Teils müssen Infrastrukturen zusammengelegt werden, teils müssen sie – wie in der Altenpflege – auch erweitert werden. Die Sicherung der Attraktivität von Standorten wird zur Gewinnung dringend benötigter Fachkräfte zudem immer wichtiger. Auch die Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements verstärkt sich durch Veränderung bei der Daseinsvorsorge durch die Gebietskörperschaften.

Wir brauchen Mut, Zuversicht und die Bereitschaft zur Veränderung“. Dieses Zitat der deutschen Bildungsministerin Johanna Wanka zum demografischen Wandel möchten sich die Projektpartner zu Eigen machen. Gerade da bereits vielfach festgestellt wurde, dass es keine Musterlösungen dazu gibt, wie dem demografischen Wandel zu begegnen ist, erscheint eine Herangehensweise im Verbund für sinnvoll.

Im gesamten Projektgebiet wird es Anpassungen an die demografischen Veränderungen geben müssen. Diese betreffen beispielsweise die Art und Weise des Zusammenlebens, die Versorgung der Bevölkerung oder die Infrastruktur. Die Palette der strategischen Felder aus Politik und Verwaltung, welche durch den demografischen Wandel betroffen sind, ist extrem breit. In einer Vielzahl von Bereichen gilt es deshalb, die Weichen rechtzeitig zu stellen, innovative Wege der vorausschauenden Anpassung zu unterstützen und mit allen Beteiligten zielgerichtet und verlässlich zu kooperieren. Auf diese Weise kann die Alterung der Bevölkerung positiv und letztendlich für alle erfolgreich gestaltet werden.

Um dies zu erreichen haben sich im Projekt „Demografie-Netzwerk“ Partner aus unterschiedlichen Gebietskörperschaften (Gemeinde, Stadt, Landkreis, Kanton) zusammengeschlossen, um gemeinsam zu agieren. Sie alle stehen vor ähnlichen Herausforderungen, die sich speziell auch im ländlichen Raum durch den demografischen Wandel ergeben. Schwerpunkt des Vorhabens ist der Austausch zu konkreten Umsetzungen, wobei die Verwirklichungen vor Ort (Reallabore) stets auf eine langfristige Wirkung abzielen und mit Beteiligung der Betroffenen angegangen werden. Die Partner werden im Rahmen des Demografie-Netzwerkes unterschiedliche Themenfelder bearbeiten, die alle für den demografischen Wandel im Projektgebiet relevant sind. Ziel ist es, in allen Reallaboren sowohl die Prozesse innovativ zu gestalten (strategische Ausrichtung und Beteiligung) als auch herausragende Umsetzungen zu realisieren. Aus den Reallaboren, welche die Partner vor Ort durchführen, sollen konkrete Erkenntnisse zur Vorgehensweise, den angewandten Werkzeugen und der strategischen Zielerreichung gewonnen werden, auf welchen die anderen Partner aufbauen können. Die gemeinsame Auswertung der Reallabore wird diesen Übertragungsprozess noch erleichtern.

Am Ende des Projektes stehen somit ein Katalog von innovativen Vorgehensweisen und Prozessen sowie konkrete beispielhafte Umsetzungen. Diese Ergebnisse und Erkenntnisse zum demografischen Wandel können innerhalb der Projektpartner übernommen werden aber auch darüber hinaus Anwendung finden. Die Vernetzung und der Erfahrungsaustausch der Verantwortlichen aus den beteiligten Gebietskörperschaften schafft ein Netzwerk von Experten, welches sich gegenseitig unterstützt und auch über den Projektzeitraum hinaus bestehen bleiben sollte.

Bei der Umsetzung der Reallabore gehen die Partner anhand einer zu entwickelnden Strategie vor, welche auch in Zukunft ihr Handeln bestimmen und die Komplexität reduzieren wird. Bei Einwohnerinnen und Einwohnern werden positive Assoziationen in Bezug auf diese Strategieentwicklung geweckt und durch Beteiligung wird der demografische Wandel als gestaltbare Veränderung gesehen.

 

  Projekttitel

Demografie-Netzwerk – zukunftstaugliche Kommunen und Regionen – aktiv dem demografischen Wandel begegnen

Website
Projektzeitraum 19.02.2015 - 31.12.2018

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

CH: 40,00%

Beteiligte Länder

DE, CH

Interventionskategorie

 

 

 

Investitionen zugunsten der institutionellen Kapazitäten und der Effizienz der öffentlichen Verwaltungen und Dienste auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene im Hinblick auf Reformen, bessere Rechtsetzung und verantwortungsvolles Verwaltungshandeln

Aufbau der Kapazitäten aller Interessenträger, die in den Bereichen Bildung, lebenslanges Lernen, Berufsbildung sowie Beschäftigung und Sozialpolitik tätig sind, unter anderem durch sektorale und territoriale Bündnisse, um Reformen auf den nationaler, regionaler und lokaler Ebene anzustoßen

 

Leadpartner

Schwarzwald Baar Kreis
Am Hoptbühl 2
78048 Villingen-Schwenningen
Deutschland

Projektpartner

  • Kanton Schaffhausen, Staatskanzlei (CH)
  • Gemeinde Königsfeld, Rathaus (D)
  • Gemeinde Tunningen, Rathaus (D)
  • Stadt Singen, Fachbereich 3 und 4 (D)



 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 977.006,31
€ 586.203,76
Schweiz: € 182.850,00 € 73.140,00 
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 1.159.856,31 € 659.343,76