Modellanlagen für den integrierten Pflanzenschutz (ABH015)

Ziel des Projektes ist das Aufzeigen neuer Wege, wie die Produktion qualitativ hochstehender, gesunder und weitgehend rückstandsfreier Früchte bei messbar reduziertem Pflanzenschutzmitteleinsatz realisiert werden könnte. Die Obstbranche im Wirtschaftsraum Bodensee soll hierbei grenzüberschreitend eine Vorreiterrolle übernehmen. Sie ist damit aufgefordert, sich in einem Markt mit sinkenden Preisen und großen wirtschaftlichen Risiken durch umweltschonende, innovative und ökonomische Projektionsweisen unter Beibehaltung der hohen inneren und äußeren Fruchtqualität zu profilieren.

Die Obstproduktion steht vor sehr großen Herausforderungen. Detailhandel und Konsumenten fordern qualitativ hochwertige, gesunde, rückstandsfreie und preiswerte Lebensmittel, deren Produktion nachhaltig und umweltschonend sein soll. Gleichzeitig gibt es europaweit laufend Änderungen der Rahmenbedingungen wie Ressourcenverknappung, Wetterextreme und reduzierte Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, die gravierende Einschnitte in der landwirtschaftlichen Produktion nach sich ziehen.

Bereits heute absehbare Änderungen für den Pflanzenschutz sind der mittelfristige Wegfall ganzer Wirkstoffgruppen, gravierende Einschränkungen in den Anwendungsbestimmungen, erhöhte Rückstands- und Abstandsauflagen und reduzierte Aufwandmengen. Um weiterhin mit diesen Rahmenbedingungen Obst im Bodenseeraum produzieren zu können, müssen innovative systembasierte Lösungen entwickelt werden. Die Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenschutzes spielt dabei eine Schlüsselrolle und steht im Zentrum des Vorhabens, wie sie z.B. auch im Nationalen Aktionsplan bzw. im Aktionsplan zur Risikoreduktion und nachhaltigen Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln, gefordert ist.

Im Projekt sollen in Modellanlagen für die Leitkulturen Apfel, Kirsche und in geringem Umfang für Birnen, erfolgsversprechende Anbau- und Pflanzenschutzstrategien so kombiniert und weiterentwickelt werden, dass im Vergleich mit üblichen Standards aus der Integrierten Produktion (IP) und dem Biologischen Anbau (BIO) 50-80 % weniger umweltkritische Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und möglichst keine Rückstände auf den Früchten verbleiben. Anbau- und pflanzenschutztechnische Maßnahmen sollen einzeln und in Kombination nach ökonomischen Kriterien bewertet und miteinander verglichen werden. Zur Beurteilung der Zielerreichung soll zudem ein grenzüberschreitendes Netzwerk von Referenzbetrieben (IP und Bio) etabliert und in die Bewertung mit eingeschlossen werden.

Nachfolgende Parameter und Messgrößen sollen im Projekt explizit einbezogen, bearbeitet und bewertet werden:

  • Sortenwahl
  • Kulturführung
  • Schutz- und Abdecksysteme
  • Insektenschutznetze und Verwirrungstechnik
  • Herbizidalternativen
  • Förderung von Nützlingen und natürlichen Gegenspielern
  • Kosten-Nutzen-Analyse und Rentabilitätsanalyse
  • innere und äußere Qualität des Erntegutes

 

  Projekttitel

Rückstandarme Obstproduktion - Modellanlagen zur Weiterentwicklung des Integrierten Pflanzenschutzes

Website www.kob-bavendorf.de
Projektzeitraum 01.01.2015 - 31.12.2020

Kofinanzierungssatz

EU: 60,00%

CH: 50,00%

Beteiligte Länder

DE, CH
   
   

 

Leadpartner

Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee
Pflanzenschutz
Schumacherhof 6
88213 Ravensburg
Deutschland

Projektpartner

  • Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (DE)
  • Agroscope (CH)
  • AGRIDEA (CH)
  • Landwirtschaftliches Bildungs- und Beratungszentrum Arenenberg (CH)
  • Landwirtschaftliches Zentrum St. Gallen (CH)
  • Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg (DE)
  • Landwirtschaftskammer Vorarlberg, Fachbereich Obst & Garten (AT)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 1.187.450,00
€ 712.470,00
Schweiz: € 1.442.553,46 € 721.276,73
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 2.630.003,44  € 1.433.746,73