DiagNet (ABH029)

Das Projekt „DiagNET- Diagnostik der Zukunft“ zielt auf die Entwicklung und Anwendung neuer Diagnoseverfahren in einem Kompetenznetz von Wirtschaft und Wissenschaft in der Vierländerregion Bodensee und darüber hinaus ab. Diese sollen in den Kliniken aber auch in Arztpraxen sowie Laboren vor Ort einsetzbar sein und somit lange Wege ersparen. Damit wird die medizinische Versorgung ländlicher Räume deutlich verbessert. Koordiniert wird das Projekt „DiagNET“ vom BioLAGO e.V. , dem grenzüberschreitenden Gesundheitsnetzwerk in der Vierländerregion Bodensee.

Für viele Erkrankungen bzw. Infektionen fehlen Tests, um zu einer sofortigen, gezielten Therapie zu gelangen. Die aufwendigen Tests werden bisher nur in speziellen Zentren (häufig Universitätskliniken) durchgeführt. Für etliche Krankheiten fehlen schnelle und zuverlässige Testverfahren gänzlich. Zudem fehlen häufig vor Ort einsetzbare Testvarianten.

Für die Patienten ist die Durchführung dieser diagnostischen Tests somit mit einem hohen Aufwand und Kosten für die Terminabstimmung und Anreise verbunden. Die anschließende Therapie erfolgt meist wieder beim (Haus-) Arzt vor Ort und somit zeitlich verzögert.

Bei vielen Erkrankungen kann es jedoch lebensrettend sein, eine schnelle Diagnose und einen auf den Patienten abgestimmten Therapieplan zu erhalten. Z. B. bei multiresistenten Erregern oder Krebserkrankungen. Bei bakteriellen Infektionen werden Antibiotika oft nicht gezielt und damit wenig effizient eingesetzt. Erschwerend kommt hinzu, dass immer mehr antibiotikaresistente Keime auftreten. Dies betrifft nicht nur die Humanmedizin, sondern auch die Veterinärmedizin, wo es massenhaft zu fehlerhaften Antibiotika-Gaben kommt. Bei Krebserkrankungen ist die Frühdiagnose für die Therapierbarkeit von entscheidender Bedeutung. Deshalb sollten neue Testverfahren für eine Vor-Ort-Diagnostik beim behandelnden Arzt entwickelt werden. Diese Entwicklungen erfolgen bisher meist als Einzelaktivität der regionalen Akteure, die nicht durch ein Gesamtkonzept koordiniert werden. Auch auf der Anwenderseite tauschen Kliniken und Klinikverbünde sowie Arztpraxen ihre Erfahrungen noch nicht aus.

Das Projekt „DiagNet“ strebt eine gezielte Koordination sowie eine gemeinsame Entwicklung und Anwendung neuer Testverfahren durch Unternehmen, Labore, Hochschulen und Forschungseinrichtungen an.

Die Projektthemen für neue Diagnostik-Verfahren im Rahmen des DiagNet-Projekts sind:

  • Schnelltest zur Differenzierung einer bakteriellen Erkrankung in Abgrenzung zu einer Erkrankung, die durch Viren, Pilze etc. verursacht wird (und damit Möglichkeit einer gezielten Therapie bzw. eines gezielten Antibiotika-Einsatzes).
  • Bestimmung zirkulierender Tumorzellen im Blut von Tumorpatienten (z.B. Dickdarmpatienten).
  • Nachweis von multiresistenten Erregern (z. B. MRSA) (z.B. als Schnelltest bei Einlieferung von Patienten).

Die Projektphasen und Aufgaben gliedern sich folgendermaßen:

  • Aufbau eines Kompetenznetzes „Diagnostik“ aus Unternehmen, Forschungseinrichtungen sowie Kliniken und Laboren
  • Entwicklung neuer Diagnoseverfahren und Optimierung bestehender Tests
  • Etablierung des Kompetenznetzes und Erprobung von Diagnoseverfahren für die Anwendung

Das Projekt fördert den intensiven Austausch zwischen Unternehmen, Wissenschaft und medizinischer Versorgung zur gemeinsamem Entwicklung neuer Verfahren und verbessert damit die Gesundheitsversorgung besonders in ländlichen Regionen. Es kommt zu einer zügigeren und effektiveren Therapie. Das Projekt „DiagNet“ führt die Forschungs-, Entwicklungs-, Produktions- und Anwenderkompetenz in einem Netzwerk zusammen und fördert damit die Entwicklung und Anwendung neuer Diagnostik-Verfahren für die Menschen vor Ort. Die Ressourcen von Wirtschaft, Wissenschaft und medizinischer Versorgung werden gebündelt. Der Entwicklungsprozess wird beschleunigt. Es sind Partner aus drei Ländern beteiligt, so dass auch drei verschiedene Gesundheitssysteme Berücksichtigung finden werden.

Am Projekt nehmen insgesamt 13 Partner teil, davon stammen 7 aus Deutschland, 2 aus Österreich und 4 aus der Schweiz. Krankenhäuser sind im Landkreis Konstanz, in Feldkirch, in Münsterlingen und in St. Gallen eingebunden. Weitere Partner können später hinzukommen. Das Projekt ist ein dynamischer Prozess. Auch nach Projektende arbeitet das Kompetenznetz weiter.

 

  Projekttitel

DiagNet - „Diagnostik der Zukunft am Bodensee“. Netzwerk zur Entwicklung und Anwendung neuer Diagnostik-Verfahren für die Vor-Ort-Anwendung im ländlichen Raum.

Website https://www.diagnet.org/
Projektzeitraum 01.09.2016 - 31.10.2019

Kofinanzierungssatz

EU: 60,00%

Beteiligte Länder

DE
   
   

 

Leadpartner

Life Science - Netzwerk BioLAGO e.V.
Byk-Gulden-Straße 2
78467 Konstanz
Deutschland

 



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 333.557,00
€ 200.134,20
Schweiz: € 0,00 € 0,00
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 333.557,00 € 200.134,20