Kleingewässer (ABH004)

Durch die Anlage und Neugestaltung von Kleingewässern soll die Biodiversität in der Bodenseeregion erhalten und der Ausbau der grünen Infrastruktur gefördert werden. Insgesamt werden mindestens 60 Kleingewässer angelegt und aufgewertet. Das ergibt eine Habitat Fläche von etwa 3 ha. Kleingewässer sind als Habitate und Trittsteinbiotope und durch ihre Strahlwirkung von mehreren Kilometern wichtige Elemente zur Erhaltung und Förderung der Biodiversität.

Einzelne Gewässer können zwar relativ klein und unbedeutend erscheinen, doch insgesamt gesehen haben die Millionen kleiner Gewässer weltweit einen Flächenanteil von 30 Prozent aller stehenden Binnengewässer. Sowohl Einzelgewässer als auch Kleingewässernetzwerke sind wichtig, um Amphibien zu schützen und um für Säugetiere und Vögel ein komplexes Mosaik von Feuchtgebieten anzubieten. Kleingewässer erbringen auch eine Reihe ökosystemarer Leistungen. Dies ist in Zusammenhang mit dem Klimawandel von Bedeutung.

Einst entstanden Kleingewässer am Bodensee durch dynamische Prozesse immer wieder neu. In den heutigen Kulturlandschaften fehlt diese Dynamik, so dass verlandende Kleingewässer durch regelmäßige Pflege erhalten oder durch Neuanlage ersetzt werden müssen. Zudem wird ihr Vorkommen durch landwirtschaftliche Intensivierung und Siedlungsentwicklung stark dezimiert. Über den Zustand und Wert von Kleingewässer gibt es auch in der Bodenseeregion zu wenig Bewusstsein und ihr Schutz wird in der Praxis noch unzureichend umgesetzt. Diese Herausforderungen bestehen in allen Ländern um den Bodensee und können nur gemeinsam gemeistert werden. Denn Tiere und Pflanzen kennen keine Ländergrenzen.

Mit der grenzüberschreitenden Vernetzung unterschiedlicher Akteure aus dem Naturschutz und der damit einhergehenden gemeinsamen Öffentlichkeitsarbeit kann in den Ländern am Bodensee auf die Problematik der Kleingewässer aufmerksam gemacht und die Akzeptanz für deren Schutz nachhaltig und flächendeckend gesteigert werden. Gleichzeitig wird ihr Wert als Teil eines großen Lebensraumverbundes in der Euregio vermittelt und transnationale Schutzbemühungen werden besser verstanden. Ein erhöhtes Bewusstsein für die Lebensräume steigert auch deren Attraktivität und das Interesse der Bevölkerung an den Lebensräumen wächst. Wo dies dem Schutzziel nicht entgegensteht, soll und kann also auch die Anzahl an Besuchern gesteigert werden.

 

  Projekttitel

Kleingewässer für die Bodenseeregion - Netzwerk für Artenvielfalt und Umweltbildung

Website http://www.bodensee-stiftung.org/projekte/projekt-natur-und-gewaesserschutz/kleingewaesser-fuer-die-bodenseeregion/
Projektzeitraum 01.06.2015 - 30.05.2019

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

CH: 40,00%

Beteiligte Länder

DE, CH, AT
   
   

 

Leadpartner

Bodensee-Stiftung
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell
Deutschland

Projektpartner

  • Heinz-Sielmann-Stiftung (DE)
  • BUND Regionalverband Bodensee-Oberschwaben (DE)
  • Gemeindeverwaltungsverband Donaueschingen (DE)
  • Landratsamt Bodenseekreis (DE)
  • BUND Naturschutz in Bayern e.V. (DE)
  • Naturschutzbund Vorarlberg (AT)
  • Naturschutzverein Rheindelta (AT)
  • Stadt Friedrichshafen (DE)
  • Pro Natura Thurgau (CH)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 777.823,49 € 466.694,08
Schweiz: € 61.686,50
€ 24.674,60
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 839.509,99 € 491.368,68