Amphibienleiteinrichtung Wangental (ABH010)

Ziel des Projektes war es, die in den Wäldern östlich und nordöstlich des Wangentals bei Jestetten sowohl auf schweizerischem als auch auf deutschem Gebiet existierenden Amphibienvorkommen dauerhaft zu erhalten und die Barriere, die die Landesstraße L 165 bis zur Realisierung des Projektes für die Amphibien dargestellt hatte, zu überwinden. Der Bau der Amphibienleiteinrichtung soll die Biodiversität im grenzüberschreitenden Wangental und dessen Umgebung erhalten und verbessern.

Maßgeblich war das Regierungspräsidium Freiburg (RPF) mit der Planung und dem Bau der Amphibienschutzmaßnahme befasst. Das Verkehrsministerium (vormals: Ministerium für Verkehr und Infrastruktur) Baden-Württemberg hat sich vorrangig um die Stellung es Interreg-Antrages sowie um die Finanzierung des Projekts bzw. des Eigenanteils des Landes gekümmert. Der Kanton Schaffhausen, der bereits im Jahr 2013 zwei Durchlässe auf Schweizer Seite errichtet hat, war vor allem beratend einbezogen. Am 25.05.2014 wurde vom RPF der Vorentwurf für die Maßnahme beauftragt und anschließend fachlich begleitet. Am 05. Juni 2014 beauftrafte das RPF die Leistungsphasen 1 bis 3 der Bauentwurfsplanung und übernahm deren fachliche Begleitung, am 29. Juni 2015 wurden vom RPF die Leistungsphasen 5 und 6 der Bauentwurfsplanung beauftragt. Parallel zur Erstellung dieser Planung wurden vom RPF die Ausschreibungsunterlagen vorbereitet. Am 22.07.2015 wurde das Bauvorhaben "L 165 Amphibienschutz im Wangental" ausgeschrieben und am 09.09.2015 dann der Auftrag an eine Baufirma vergeben. Für die Amphibienleiteinrichtung werden insgesamt 20 Amphibiendurchlässe sowie auf der Nord- und Südseite der L 165 insgesamt ca. 1650 Meter Leiteinrichtung aus Metall zu installieren. Außerdem waren mehrere Überfahrten zu den anliegenden Grundstücken zu erstellen. Im Anschluss musste die Fahrbahndecke über eine Länge von insgesamt ca. 850 Metern erneuert werden. Vor- und Nacharbeiten hatten u.a. folgendes zum Inhalt: Baustelleneinrichtung, Verkehrssicherungsmaßnahmen, Vermessungsarbeiten, Erdbaumaßnahmen, Beton- und Pflasterarbeiten (Bordsteine u.ä.), Hangsicherungsmaßnahmen durch Blocksteine, Anbringen von Fledermauskästen und -höhlen als Ausgleich für den Verlust von einzelnen potentiellen Habitaträumen durch den Bau der Amphibienschutzmaßnahme. Mit dem Bau des Vorhabens wurde am 01.10.2015 begonnen. Die L 165 wurde dafür zunächst halbseitig, vom 12.10. bis zum 18.12.2015 dann voll gesperrt. Die lokalpolitisch sehr umstrittene vollständige Straßensperrung wurde dabei intensiv mit dem Kanton Schaffhausen abgestimmt und von diesem mit getragen. Ab dem 12.10. bis zum 06.12.2015 wurden die Amphibiendurchlässe gebaut. Ab dem 26.10.2016 wurden parallel dazu außerdem die Leiteinrichtungen aus Metall eingebaut und die Bankette neu angelegt. Da für den Bau der Amphibiendurchlässe jeweils die Asphaltschicht aufgeschnitten werden mußte, war schließlich die Asphaltschicht zu erneuern. Dies erfolgte im Zeitraum vom 07. bis zum 18.12.2015. Restarbeiten wurden im März und April 2016 durchgeführt. Die Amphibienleiteinrichtung wurde am 27.04.2016 fertiggestellt. Die Bauabnahme durch das RPF war am 09.08.2016. Dabei wurde die technische Funktionsfähigkeit der Leiteinrichtung bestätigt. Im Frühjahr 2016 wurde im Zuge eines Monitorings untersucht, inwieweit die Amphibienleiteinrichtung von den Amphibien auch tatsächlich angenommen wird. Dabei wurde die Akzeptanz der Leiteinrichtung durch die Amphibien bestätigt. Eine positive Entwicklung der lokalen Amphibienpopulationen wird deshalb erwartet. 

 

Follow-Up:

Grenzüberschreitender Amphibienschutz hat sich bewährt

 

  Projekttitel

Bau einer Amphibienleiteinrichtung an der L 165 im Wangental bei Jestetten

Website  
Projektzeitraum 01.05.2014 - 31.07.2016

Kofinanzierungssatz

EU: 60,00%

Beteiligte Länder

DE, CH
   
   

 

Leadpartner

Land Baden-Württemberg / Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg
Hauptstätter Straße 67
70178 Stuttgart
Deutschland

Projektpartner

  • Regierungspräsidium Freiburg, Abteilung 4/Referat 44 Straßenplanung, Referat 47.3 Staßenbau Süd (D)
  • Kanton Schaffhausen, Staatskanzlei/Koordinationsstelle für Außenbeziehungen (CH)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 980.311,00
€ 588.186,60
Schweiz: € 0,00 € 0,00
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 980.311,00 € 588.186,60