Blühendes Bodenseeland (ABH039)

Die Lebensbedingungen von Insekten haben sich in den letzten Jahrzehnten stark verschlechtert. Ziel des Projektes war es daher, mehr Lebensräume und ein größeres Nahrungsangebot für bestäubende Insekten zu schaffen. Durch die Gewinnung, Information, Weiterbildung und Beratung von Akteuren, die sich gemeinsame mit dem Naturschutz aktiv auf ihren Flächen für eine bienen- und insektenfreundliche Bewirtschaftung und Pflege einsetzen, sollen künftig Flächen insektenfreundlicher bewirtschaftet und vielfältiger gestaltet werden.

Das Projekt „Blühendes Bodenseeland“ richtete sich nicht nur an das einschlägige Fachpublikum, sondern auch an Akteure aus Landwirtschaft, kommunaler Verwaltung und der Baubranche. Auch Kinder, Jugendliche und weitere Interessierte, die sich über die Notwendigkeit und Möglichkeit einer blühenden Landschaft informieren oder sich für diese engagieren wollten, wurden angesprochen.

 

Für die „Fachöffentlichkeit“, deren Arbeitsfeld (potentielle) Auswirkungen auf die Lebensbedingungen blütenbesuchender Insekten hat, zielte die Kommunikation einerseits darauf ab, das Bewusstsein für diese Auswirkungen zu schärfen und andererseits durch Erfahrungsaustausch praktische Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Im Rahmen von Exkursionen, durch die Aufbereitung und Veröffentlichung von vorbildlichen Aktivitäten und Vorträgen auf Fachveranstaltungen, wurde ein intensiver Dialog über nachhaltige Landwirtschaft, kommunales Engagement für blütenbesuchende Insekten und Biodiversität am Bau angestoßen bzw. fortgeführt. Dazu trug auch die Organisation von eigenen Veranstaltungen bei, wie z.B. die Kooperation mit dem Verein Melifera und die Veranstaltung „Bienen machen Schule“, die sich an PädagogInnen wendet.

 

Besonders erfolgreich war dies in Vorarlberg, wo die meisten Städte und Gemeinden mittlerweile am Programm „natürlich – bunt und artenreich“ teilnehmen und konkrete Flächen im öffentlichen Raum aufwerten.

Für die Zielgruppe „allgemeine Öffentlichkeit“ waren zwei Angebote zentral: Einerseits wurde (neben einer Projektbroschüre und der Internetseite) eine attraktive Wanderausstellung erstellt. Die Ausstellung wurde auch fleißig ausgeliehen und stand in zahlreichen Rats- oder Kreishäusern und wurde im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen ausgestellt.

 

Ein weiteres, besonderes Angebot war die Möglichkeit, an „Blühbotschafterkursen“ teilzunehmen. Das Konzept wurde in den vergangenen Jahren im Vorarlberg schon umgesetzt und jetzt im Allgäu weiterentwickelt und getestet. „Blühbotschafter“ sind Menschen, die sich im persönlichen Umfeld für eine blühende Landschaft und blütenbesuchende Insekten einsetzen: Vom Gespräch über den Nachbarszaun über die Umgestaltung des eigenen Gartens bis hin zur „politischen Aktion“ in der eigenen Stadt oder Gemeinde. Diese Kurse waren extrem erfolgreich und das Konzept wird in den kommenden Jahren weiterentwickelt und ausgebaut. Die augenblicklich ca. 50 Blühbotschafter haben schon jetzt kleine Projekte angestoßen, die von der Anlage einer Blühfläche an der Schule vor Ort über das Anstoßen von nachbarschaftlichen Patenschaften für kleinere öffentliche Grünflächen bis hin zu Überlegungen für eine GIS-gestützte Erfassung öffentlicher Grünflächen in Kommunen reichen, die ihre Grünflächen systematisch aufwerten möchten. Als dauerhaft verfügbares Angebot wurde der „Wissenspool naturvielfalt bauen“ im Rahmen des Projekts erarbeitet: (https://naturvielfaltbauen.org/2018/12/natur-vielfalt-bauen-wissenspool-bodenseeregion/ ), der in Zukunft ebenfalls weiterentwickelt wird.

 

  Projekttitel

Blühendes Bodenseeland - Förderung der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit bei Information, Beratung, Pilotprojekten und Öffentlichkeitsarbeit für eine arten- und blütenreiche Bodenseelandschaft

Website www.bluehendes-bodenseeland.org/
Projektzeitraum 01.10.2015 - 31.12.2018

Kofinanzierungssatz

EU: 70,00%

Beteiligte Länder

DE, AT, CH, FL
   
   

 

Leadpartner

Bodensee-Stiftung, Internationale Stiftung für Natur und Kultur
Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell
Deutschland

Projektpartner

  • BUND Naturschutz-Ökostation Schwaben e.V. (D)
  • Amt der Vorarlberger Landesregierung (AT)
  • Pro Natura Thurgau (CH)
  • Liechtensteinische Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) (FL)
  • Bodensee-Akademie, Verein für nachhaltige Entwicklung (AT)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 670.727,75
€ 469.509,42
Schweiz: € 0,00 € 0,00
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 670.727,75
€ 469.509,42