SeeWandel (ABH060)

Ziel des Projektes Seewandel ist, zu untersuchen welche Bedeutung Nährstoffrückgang, Klimawandel, gebietsfremde Arten und andere Stressfaktoren für das Ökosystem, seine Biodiversität und Funktionsweise, sowie die menschliche Nutzung am Bodensee haben. Dies trägt dazu bei, wichtige Fragen hinsichtlich der Widerstandsfähigkeit des Ökosystems Bodensee und potenzieller Veränderungen von Ökosystemleistungen evaluieren zu können. Darüber hinaus, liefern die gewonnenen Erkenntnisse einen Beitrag zu einer Basis, aufgrund derer wissenschaftlich fundierte Entscheidungen von Seite der Wasserwirtschaft und der Politik über die Zukunft des Bodensees getroffen werden können.

Im vergangenen Jahrhundert durchlief der Bodensee weitreichende Veränderungen: ungereinigtes Abwasser und intensive Landwirtschaft führten zu einer starken Verschmutzung des Sees in den 50-80er Jahren. Der Bodensee wurde nährstoffreicher (Eutrophierung). Obgleich der natürliche Trophie-Zustand, dank eingeleiteter Gegenmaßnahmen, fast vollständig wiederhergestellt werden konnte, gibt es irreversible Veränderungen in der Zusammensetzung der Lebensgemeinschaft. Eine Felchenart (Kilch) ist während der Phase der Eutrophierung ausgestorben. Klimawandel und die Einwanderung gebietsfremder Tier- und Pflanzenarten gefährden potenziell die natürliche Biodiversität. Dies kann zu Änderungen im Nahrungsnetz führen und die Funktionsweise des Ökosystems Bodensee beeinflussen. Die Fischerei vermerkt sinkende Fangerträge und Bedenken hinsichtlich erhöhter Wartungskosten für kommunale Wasserversorger aufgrund der Ausbreitung gebietsfremder Muschelarten (z.B. Quagga Muschel) werden geäußert. Heute gibt es mehr als 37 gebietsfremde Arten im Bodensee, z.B. Dreistachliger Stichling (Gasterosteus aculeatus), Wandermuschel (Dreissena polymorpha) und grosser Höckerflohkrebs (Dikerogammarus villosus).

Sieben Institute aus drei Ländern arbeiten zusammen an verschiedenen Themen, um zu verstehen, wie der Bodensee auf sich ändernde Umweltbedingungen reagiert. Insbesondere geht es um die komplexen Interaktionen zwischen Klimawandel, invasiven Arten und Reoligotrophierung und wie diese das Ökosystem beeinflussen.

Wir sind davon überzeugt, dass diese Forschungsprojekte uns helfen werden, wichtige Fragen zu beantworten. Sie werden nötige Erkenntnisse liefern, damit Wasserwirtschaftsfachleute und Politiker wissenschaftlich fundierte Entscheidungen über die Zukunft des Sees treffen können.

 

  Projekttitel

SeeWandel:Leben im Bodensee - gestern, heute und morgen

Website www.seewandel.org
Projektzeitraum 01.06.2016 - 30.06.2022

Kofinanzierungssatz

EU: 60,00%

CH: 40,00%

Beteiligte Länder

DE, AT, CH
   
   

 

Leadpartner

Eawag - Eidgenössischen Anstalt für Wasserversorgung,
Abwasserreinigung und Gewässerschutz
Überlandstraße 133
8600 Dübendorf
Schweiz

Projektpartner

  • Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg (D)
  • Universität Hohenheim (D)
  • Fischereiforschungsstelle Langenargen (D)
  • Universität Konstanz (D)
  • Universität Innsbruck (AT)
  • Universität Zürich (CH)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 3.747.519,97
€ 2.248.511,98
Schweiz: € 1.918.957,19 € 767.582,87
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 5.666.477,16 € 3.016.094,86