PEMO - Nachhaltige Pendler-Mobilität (ABH014)

Durch die engen wirtschaftlichen Beziehungen und die hohe Wirtschaftsleistung in der grenzüberschreitenden Region Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein pendeln täglich rund 50.000 Menschen über die Staatsgrenzen hinweg, davon der Großteil bevorzugt mit dem eigenen Auto. Dazu kommt noch eine hohe Anzahl an BinnenpendlerInnen in der Region. Im Projekt "PEMO - Nachhaltige Pendler-Mobilität" werden langfristige und ganzheitliche Lösungen erarbeitet, welche die Verschiebung des „Modal Split“ (Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsmittel) hin zu nachhaltiger Mobilität zum Ziel haben.

Verkehr und Mobilität sind die Schlüsselthemen im internationalen Klimaschutz. Während es in anderen Branchen bereits gelingt, die CO2-Emissionen effektiv zu reduzieren, nehmen der Ausstoß im Verkehr und damit auch die Feinstaubbelastung zu. In der EU trägt Verkehr zu einem Viertel der Gesamt-CO2-Emissionen bei. Der hausgemachte PKW-Verkehr ist dabei mit rund 12 Prozent für etwa die Hälfte der Emissionen verantwortlich.

50.000 Menschen pendeln in der Region Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein täglich über Staatsgrenzen hinweg; hinzu kommt eine hohe Anzahl an BinnenpendlerInnen. Befragungen und Analysen (u.a. im Alpine-Space-Projekt Alpstar) zeigen, dass viele Pendelnde einen Arbeitsweg (von häufig nur rund 10 Kilometern) haben, der durch Nutzung von Bahn, Bus, Fahrrad oder Fahrgemeinschaften bewältigt werden könnte. So werden der hausgemachte Verkehr und seine negativen Folgen wie Feinstaub- und CO2-Emissionen und Lärmverschmutzung effektiv reduziert. Die aktuelle Situation im internationalen und nationalen Arbeits- und Ausbildungspendelverkehr in der Region bietet somit viele Möglichkeiten, den Modal Split durch gezielte Einbeziehung und Zusammenarbeit der Verkehrsträger, der Wohn- und Arbeitsgemeinden, der Betriebe und Ausbildungsstätten sowie der Pendelnden selbst zu fördern. Durch grenzüberschreitende Kooperationen der wichtigsten Systemplayer (Unternehmen, Ausbildungsstätten, Gemeinden, Mobilitätsanbieter) werden im Projekt langfristige und ganzheitliche Lösungen erarbeitet, welche die Verschiebung des Modal Split hin zu nachhaltiger Mobilität zum Ziel haben. Davon profitieren vielfältige Akteure: Pendelnde (Kostenersparnis, Gesundheit), Unternehmen (Kosteneinsparung wie z.B. durch Parkplatzreduktion, weniger Krankenstände), Mobilitätsanbieter (mehr Fahrgäste), Standort/Wohngemeinden (weniger PKW-Infrastrukturkosten) und die BewohnerInnen der Region (bessere Luft, weniger Lärm). Die Schlüssel zum Erfolg sind dabei u.a. Infrastrukturmaßnahmen in Betrieben (Fahrrad-Abstellanlagen, ÖV-Abfahrtsmonitore, Spinde für RadlerInnen, etc.) und in Gemeinden (Fahrrad-Abstellanlagen, Radwege, Busspuren); organisatorische Maßnahmen in Betriebsgebieten (Vernetzung mit Nachbarbetrieben, Fahrgemeinschaften, Teleworking) mit Gemeinden (Verkehrsorganisatorische Maßnahmen) und Mobilitätsanbietern (grenzüberschreitende Fahrplangestaltung); finanzielle Maßnahmen in Betriebsgebieten (Jobtickets, Parkplatzbewirtschaftung) und bei Mobilitätsanbietern (Tarifsysteme).           

Die Kernelemente des PEMO-Projekts sind:

  • Akquise von Pilot-Betriebsgebieten und Pilotbetrieben bzw. Ausbildungsstätten
  • Entwicklung von Werkzeugen: Analysetools, Infrastruktur-Werkeuge, organisatorische und finanzielle Werkzeuge, Sensibilisierungswerkzeuge
  • Ausarbeitung von standortangepassten Massnahmenpaketen: Infrastruktur, Organisation und Finanzierung, Sensibilisierung
  • Umsetzung der Maßnahmen an ausgewählten Pilotstandorten
  • Monitoring und Evaluierung der Umsetzungsmaßnahmen
  • Grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch

Die Ziel- bzw. Bezugsgruppen von PEMO sind:

  • Unternehmen und Ausbildungsstätten im Projektgebiet
  • Standort- und Wohngemeinden
  • Arbeits- und AusbildungspendlerInnen im Projektgebiet
  • Verkehrsträger/Mobilitätsanbieter
  • EntscheidungsträgerInnen auf Kantons, Landkreis, Bundesland- und Landesebene

 

  Projekttitel

Nachhaltige Pendler-Mobilität

Website https://www.energieinstitut.at/unternehmen/programme/pemo/
Projektzeitraum 01.01.2016 - 31.12.2018

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

CH: 30,00%

Beteiligte Länder

DE, CH, AT, FL
   
   

 

Leadpartner

Energieinstitut Vorarlberg
Fachbereich Mobilität
Stadtstraße 33/Campus V
6850 Dornbirn
Österreich

Projektpartner

  • Kanton St. Gallen, Amt für Raumentwicklung und Geoinformation (CH)
  • Land Liechtenstein, Amt für Bau und Infrastruktur (FL)
  • Landkreis Lindau (D)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 197.566,50
€ 118.539,90
Schweiz: € 221.429,00 € 66.428,70
Fürstentum Liechtenstein: € 148.640,00 € 0,00
Gesamt: € 567.635,50 € 184.968,90