Grenzüberschreitende Verkehrsverbesserungen (ABH024)

Obwohl die Kernstädte Konstanz und Kreuzlingen de facto zusammengewachsen sind, sind die Entwicklungsräume innerhalb und rund um beide Städte derzeit wenig aufeinander abgestimmt und schlecht verknüpft. So sind die Nahverkehrssysteme nicht genügend aufeinander abgestimmt und das Angebot hält nicht mit dem wachsenden Bedarf mit. Das Projekt wird die Grundlagen für eine grenzüberschreitende Verkehrssteuerung legen, bei der Teile des Motorisierten Individualverkehrs (MIV) auf den Öffentlichen Verkehr (ÖV) verlagert werden und der Verkehr speziell an den Grenzübergängen verflüssigt wird.

Berufspendler und (Einkaufs-)Touristen verursachen wachsende Verkehrsströme, welche größtenteils durch den MIV gedeckt werden. In Folge kommt es zu Stauungen an den Zufahrtsachsen, den Nadelöhren der Zollübergänge sowie den Kerngebieten der Städte Kreuzlingen und Konstanz. Generell besteht vor allem in den Zentren der Kernstädte eine sehr starke Umwelt- und Verkehrsbelastung, Luftverschmutzung, Treibhausgas-Emissionen, Lärm, Behinderung des Busverkehrs, Einschränkungen für den Langsamverkehr, Trennwirkung.

Herausforderungen für die Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz finden sich auch im dazugehörigen Umland. Das zur Agglomeration gehörige Umland besteht auf Schweizer Seite aus den Gemeinden Bottighofen, Gottlieben, Kemmental, Lengwil, Münsterlingen und Tägerwilen sowie auf der deutschen Seite aus den Gemeinden Allensbach und Reichenau. Obwohl die Agglomeration rund 130.000 Einwohner umfasst, leidet sie an ihrer peripheren Lage sowohl innerhalb der Schweiz als auch in Deutschland. Die Kernstädte mit ihren publikumsintensiven Einrichtungen sind unzureichend durch öffentliche Verkehrsmittel (ÖV) mit der Peripherie verbunden und der Anteil des ÖV am Binnenverkehr der Bevölkerung liegt dementsprechend weiterhin deutlich unter den formulierten Zielen. Defizite in der Verkehrsinfrastruktur und der Abstimmung der Verkehrspolitik(en) der Agglomeration behindern folglich das Erreichen von Umweltschutzzielen und einer für die Bevölkerung nutzbringenden Gestaltung der Verkehrsflüsse, welche eine Verlagerung vom MIV auf den ÖV und Langsamverkehr mit sich bringen würde.

Die Projektpartner Kanton Thurgau, Stadt Kreuzlingen und Stadt Konstanz möchten durch dieses Projekt in der Verkehrsplanung gemeinsam vorgehen und neue zukunftsweisende Kooperationen im grenzübergreifenden Verkehr auf den Weg bringen. Konkret geht es um Untersuchungen, welche für eine Umsetzung der folgenden Vorhaben grundlegend und notwendig sind:

  • Machbarkeit und Zweckmäßigkeit einer Agglo-S-Bahn Konstanz-Kreuzlingen
  • Untersuchung der Grenzübergänge zur Optimierung der Verkehrsflüsse

Das Gutachten zur Agglo-S-Bahn wird primär die Planungsvoraussetzungen für die Einführung einer regelmäßig (im Gespräch ist ein 1/4h-Takt) grenzüberschreitend verkehrenden Agglo S-Bahn schaffen, u.a. Untersuchung von Einzugsgebiet, Nachfragepotential, Systemwahl, Nutzwertanalyse, betriebliche Maßnahmen und Infrastrukturmaßnahmen. Die Agglo-S-Bahn soll einen umsteigefreien Grenzübergang zwischen Kreuzlingen und Konstanz ermöglichen.

Der Untersuchungsperimeter (die Strecke der Agglo-S-Bahn) umfasst den Raum von Kreuzlingen/Konstanz bis Radolfzell/Singen, Staad/Meersburg, Altnau, Siegershausen und Ermatingen. Außerdem soll sie im Takt unter anderem auf den sogenannten Spangenzug zwischen Konstanz und Kreuzlingen abgestimmt werden. Die Untersuchung zur Optimierung der Verkehrsflüsse an den Grenzübergängen ist zum Zeitpunkt der Antragstellung bereits im Gange: Aus zehn Planfällen werden drei für die weitere Bearbeitung ausgewählt. Im weiteren Projektverlauf soll es dann zur Entscheidung kommen, welche Option am ehesten zur Erreichung der folgenden Ziele dient:

  • Reduktion der straßenverkehrsbedingten Umweltbelastung (Feinstaub- und Treibhausgasemissionen, Lärm)
  • Verringerung unnötiger Wege und Wartezeiten (Stau) im Grenzbereich
  • Erleichterung des Grenzübertritts

Die beiden Untersuchungen machen möglich, dass:

  • Die Ausgestaltung und Planung der Vorhaben konkretisiert werden können;
  • Gremien Entscheidungen für die Umsetzung treffen können;
  • Relevante Akteure bereits frühzeitig eingebunden werden können;
  • Finanzierungen ermöglicht werden (u.a. Einarbeitung in das Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz 3. Generation).

Beide Kooperationsfelder (Agglo-S-Bahn und Grenzübergangsuntersuchung) sind in das grenzüberschreitende Agglomerationsprogramm Kreuzlingen-Konstanz eingebunden, damit sich aus den Untersuchungen ergebende Maßnahmen in die zukünftige Planung mitaufgenommen werden können.

 

  Projekttitel

Verbesserungen im grenzüberschreitenden Verkehr in der Agglomeration Kreuzlingen-Konstanz

Website  
Projektzeitraum 05.03.2015 - 30.06.2018

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

CH: 30,00%

Beteiligte Länder

DE, CH
   
   

 

Leadpartner

Kanton Thurgau
Promenadenstraße 8
8510 Frauenfeld
Schweiz

Projektpartner

  • Stadt Kreuzlingen, Bauverwaltung (CH)
  • Stadt Konstanz, Amt für Stadtplanung und Umwelt (D)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 191.215,33
€ 114.729,19
Schweiz: € 164.499,20 € 49.349,76
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt:

€ 355.714,55

€ 164.078,96