Museumsschiffe (ABH077)

Im Rahmen des Projekts soll die Zusammenarbeit der Museumsschiffe (MS Österreich und Hohentwiel) und die Vernetzung der Institutionen rund um den Bodensee, welche die technische und gesellschaftliche Blütezeit (20er-30er Jahre des letzten Jahrhunderts) der Region widerspiegeln, entwickelt bzw. ausgebaut werden. Die Museumsschiffe wirken identitätsstiftend, stellen ein Alleinstellungsmerkmal der Region dar und sind in der Lage, ein Bindeglied (logistisch und organisatorisch) zwischen den Kulturstätten und Traditionsunternehmen rund um den Bodensee zu sein. Gegenstand und erwartetes Ergebnis des Projekts ist die Restaurierung der MS Österreich, die Entwicklung einer Servicestruktur für die beiden Museumsschiffe sowie die Vernetzung mit den Anbietern regionalen Kulturgutes rund um den Bodensee.

Ausgangslage

Die Bodenseeregion galt um die Jahrhundertwende bis 1940 als technologisches Innovationszentrum Europas. Namen und Unternehmen wie Zeppelin, Maybach, Dornier, ZF, Saurer usw. zeugen davon. Ausgehend von dieser Region verbreitete sich die Antriebs- und Luftfahrttechnik, wie auch die textile Fertigungstechnik und andere technologische Innovationen in die ganze Welt. Die Wurzeln des Innovations- und Gründergeistes aus den 1920er und 30er Jahren sind noch heute in gewisser Weise spürbar. Die Bodenseeschiffart hat und hatte eine zentrale Bedeutung für die kulturelle Entwicklung der Bodenseeregion inklusive der Einzugsgebiete des Rheins. Diese hatte auch Einfluss auf die Besiedelung, den Warenhandel bis ins 19. Jahrhundert und in weiterer Folge die Erholungs- und Tourismusentwicklung in dieser Region. Transportsegler und Dampfschlepper sind längst verschwunden, lediglich das letzte Dampfschiff, die Hohentwiel (1913), konnte 1990 durch einen enormen Einsatz privater Personen (aus der Schweiz, Deutschland und Österreich) gerettet werden.

Bis heute ist die Hohentwiel das einzige, im Originalstil der 1920er Jahre betriebene Publikumsschiff am Bodensee und bildet im Sommer ein kulturelles Highlight.

Die MS Österreich schließt direkt an die Zeit an und hat das Potential, das Angebot am Bodensee maßgeblich zu erweitern (Sommer wie Winter); - die Bodenseeschiffe sind ein „Spiegel der Blütezeit“ und eignen sich für eine lebendige Vermittlung.

Mit dem Betrieb der Museumsschiffe soll ein Beitrag geleistet werden, um den Standort Bodensee aufzuwerten und die Besonderheiten des kulturellen Erbes (Innovationsgeist) hervorzuheben. Dies bedarf neuer Kooperationen und die Zusammenarbeit mit Institutionen rund um den Bodensee. Die Akteure des Projektes wollen mit der Inwertsetzung der Museumsschiffe aus der Blütezeit der 1920er und 30er Jahre dazu beitragen, dass dieses wertvolle Kulturgut des historischen „Innovationsstandorts Bodensee“ thematisiert und für die Standortentwicklung genutzt wird.

Ein wichtiges Ziel ist auch die Sicherung eines tragfähigen (Zuschussfreien) Betriebes der Museumsschiffe am Bodensee.

Maßnahmen zur Erreichung des Projektziels:

_Restaurierung der MS OESTERREICH

Originalgetreue Rekonstruktion von Bauteilen, Mobilisierung des bürgerschaftlichen Engagements. 

_Entwicklung Organisation zum Management bzw. zum Betrieb von zwei Museumsschiffen.

Ziel dabei ist es maximale Synergien durch die neue Zusammenarbeit zu erreichen. Nach der Analysephase geht es um die Organisationsentwicklung mit den betroffenen Organisationen und MitarbeiterInnen.

_Neue Kooperationen

Aus vorhandenen Datenbeständen werden Unterlagen zu historischen Besonderheiten aus der Gründerzeit (1870-1930) rund um den Bodensees gesammelt und die kulturhistorische Entwicklung des Standortes Bodensee beleuchtet. Im Zuge der Sammeltätigkeit sollen auch Ideen der Vermittlung des Kulturgutes entwickelt werden. In weiterer Folge werden sich daraus neue Kooperationen und eine institutionelle Zusammenarbeit bilden.

 _Gastronomische Versorgung

Erarbeitung  eines Gastronomischen Konzeptes beider Schiffe.  Auf Basis des Konzeptes kann die Infrastruktur geplant werden. 

 _Planung der Anlegestelle

Teil des Projektes ist die Planung der Anlegestelle der Museumsschiffe samt der Versorgungsinfrastruktur selbst.

 _Positionierung Öffentlichkeitsarbeit

Ausarbeitung eines Öffentlichkeitsarbeitskonzepts. Als Ergebnis der Arbeiten wird ein Strategiedokument und ein angepasstes Erscheinungsbild erwartet.

 

  Projekttitel

Museumsschiffe: Innovation und Technologie als kulturelles Erbe der Bodenseeregion durch neue Kooperationen der Museumsschiffe und der Restaurierung der legendären MS-Österreich in Wert setzen
Website www.ms-oesterreich.at
Projektzeitraum 01.06.2018 - 31.05.2021

Kofinanzierungssatz

 

EU: 60,00%

CH: 40,00%

Beteiligte Länder

D, AT, CH
   
   

 

Leadpartner

Museumsschiff OESTERREICH GmbH
Hafenstraße 15
6971 Hard

Österreich

 Projektpartner

  • Internationales Bodensee-Schifffahrtsmuseum (AT)
  • Verein Internationales Bodensee-Schiffahrtsmuseum-Sektion Bundesrepublik Deutschland-e.V. (D)
  • Verein Internationales Bodensee-Schifffahrtsmuseum Sektion Schweiz (CH)
  • "Hohentwiel" Schifffahrtsgesellschaft m.b.H. (AT)
  • Bodenseegeschichtsverein (D)
  • Eisenbahn- und Schifffahrtsmuseum Lindau (Bodensee) e.V. (D)
  • Saurermuseum (Oldtimer Club Saurer) (CH)
  • Autobau Fahrzeug Museum (autobau AG) (CH)
  • Verein Locorama Eisenbahn Erlebniswelt (CH)
  • Arbon Classics (CH)
  • Eurovapor c/o Edith Lydia Gasser (CH)
  • Schweizer Mosterei- und Brennereimuseum (CH)
  • Verein Historische Mittel Thurgau Bahn (CH)



 

 

 

 

 

 

Kosten

Förderung

EU: € 2.057.319,00
€ 1.234.391,40
Schweiz: € 60.000,00
€ 24.000,00
Fürstentum Liechtenstein: € 0,00 € 0,00
Gesamt: € 2.117.319,00 € 1.258.391,40