Interreg ABH Begleitausschuss tagte in Augusburg
Am 17. Juni 2026 kam der internationale Begleitausschuss des Interreg-Programms Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein zu seiner fünften Sitzung in der laufenden Förderperiode in Augsburg bei der Regierung von Schwaben zusammen.
Frau Regierungspräsidentin Barbara Schretter begrüßt alle Anwesenden und freut sich, dass die Sitzung in Augsburg stattfindet. Der Rokokosaal war früher der Festsaal des Fürsts von Augsburg. Dieser Ort hat eine große Geschichte. Europa ist ein großes Projekt, das sich stark mit dem Thema «Frieden» beschäftigt.
Die Grenzen spürt man heutzutage kaum noch. Zum Beispiel ist der Bodensee ein multinationales Gewässer. Die Bodensee-Region ist eine Region mit Landschaft, tollen Dörfer und eine Region in der die Menschen sich freuen, dort zu leben.
Mit Interreg, mit Fördermitteln, mit Ideen, kommen wir näher zusammen. Das Projekt Walz 4.0 ist ein gutes Beispiel für die grenzübergreifende Zusammenarbeit. Europa beginnt da, wo Nachbarn sich miteinander treffen.
Als nächstes erläuterte Frau Clara Menasseyre, Generaldirektion Regionalpolitik der Europäischen Kommission und zuständig für das Interreg Programm ABH, über folgende Themen:
- Programmierung / nächste Förderperiode 2028 - 2034
- Verhandlungsstand
- Interreg-Plan
- Spezifische Ziele
- Wesentliche Änderungen im neunen Umsetzungsmodell
- Vorbereitung auf die Zeit nach 2027
Im Anschluss gab Herr Christian Tetzel (Leiter des gemeinsamen Sekretariats) eine kurze Vorstellung des Programms sowie einen Überblick über alle bereits stattgefundenen Sitzungen. Die nächste Sitzung des Lenkungsauschusses findet im November 2026 statt. Herr Tetzel weist darauf hin, dass die aktuelle Förderperiode offiziell bis Ende 2027 läuft, aber die Projekte werden bis 30.06.2029 gefördert.
Die im ABH-Programm zur Anwendung kommenden Prioritätsachsen sowie das zweistufige Projektauswahlverfahren (Skizzen/Anträge) und die Verteilung der bislang genehmigten Projekte wurde kurz erläutert. Bisher gingen 128 Projektskizzen ein. In den bisherigen Auswahlrunden sind insgesamt 55 Anträge genehmigt, 45 Skizzen abgelehnt und für 22 Skizzen ist eine Wiedervorlage ausgesprochen worden. Die 9. Sitzung des Lenkungsausschusses findet im November 2025 in Vorarlberg statt. Die Einreichfrist endet am 14. September 2026.
Im weiteren Verlauf gab Herr Tetzel die Verteilung der Fördermittel anhand der genehmigten Projekte innerhalb der vier Prioritätsachsen bekannt:
- Prioritätsachse 1 „Digitalisierung und Innovation“: 19 Projekte mit Gesamtkosten in Höhe von 24.667.090 €
- Prioritätsachse 2 „Umwelt, Natur und Klimaschutz“: 12 Projekte mit Gesamtkosten in Höhe von 34.586.099 €
- Prioritätsachse 3 „Gesundheit, Bildung, Kultur und Tourismus“: 14 Projekte mit Gesamtkosten in Höhe von 16.794.212 €
- Prioritätsachse 4 „Zusammenarbeit und Bürgerschaftliches Engagement“: 10 Projekte mit Gesamtkosten in Höhe von 13.229.439 €
Im weiteren Verlauf präsentierte Herr Tetzel die regionale Beteiligung der Programmpartner. Die Verteilung spiegelt dabei die finanzielle Beteiligung der Programmpartner wider. Die regionale Beteiligung der aktuell 276 Projektpartner und 344 assoziierten Partner wird eingehend erläutert.
Assoziierte Partner erhalten keine finanzielle Förderung, leisten jedoch einen wesentlichen Beitrag zum Projekt und sollen davon profitieren. Ein Projekt besteht durchschnittlich aus 5 Projektpartnern und 6 assoziierten Partnern.
Mehr als die Hälfte der Projekte hat eine Lehr- oder Forschungseinrichtung als Lead-Partner, was bestätigt, dass das Interreg-ABH Programm sehr stark mit Hochschulen und Universitäten verbunden ist. Projekte im Bereich der öffentlichen Verwaltung und Behörden sind derzeit jedoch sehr schwer zu realisieren, da dort das Problem von fehlenden finanziellen Mitteln und Personalkapazitäten besteht.
Die Kleinprojektefonds sind ein wichtiger Teil des Programms und das Programm Interreg ABH ist in diesem Bereich ein sehr gutes Beispiel in Europa.
Herr Tetzel bedankte sich für die Aufmerksamkeit und übergab das Wort an Herrn Prof. Dr.-Ing. Michael Bühler von der HTWG Konstanz und Herrn Prof. Dipl.-Ing. Florian Weiniger von der OTH Regensburg. Herr Bühler bedankte sich für die Einladung und freute sich, dem Begleitausschusses sein Projekt vorzustellen zu dürfen.
Es folgte ein Bericht der Verwaltungsbehörde durch den Leiter Herrn Mario Bauer zur operationellen und finanziellen Programmumsetzung.
Auf EU-Seite wurden über 25 Millionen Euro an Fördermitteln (rund 66,2 Prozent der europäischen Fördermittel), auf Schweizer Seite bisher rund 6,9 Millionen Euro genehmigt. Das Fürstentum Liechtenstein steuerte bislang rund eine Million Euro bei.
Die EU-Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (abgekürzt: EFRE). Die Schweizer Interreg-Fördermittel werden vom Schweizer Bund und den am Programm beteiligten Schweizer Kantonen zur Verfügung gestellt.
EU-seitig werden Projekte mehrheitlich mit 60 Prozent bezuschusst, auf Schweizer Seite in der Regel mit 30 bis 50 Prozent.
Für den nächsten Tagesordnungspunkt "Bericht der EU-B" übergab Herr Bauer das Wort an Herrn Felix Papenfuß (EU-Bescheinigungsbehörde).
Zum Tagesordnungspunkt Sachstand und Entwicklungen Interreg VII (2028-2034) Herr Dr. Béla Filep, Koordinator Interreg-Programme, Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) gibt einen Bericht über den Sachstand in der Schweiz und eine Information zum Entlastungspaket 27. Das SECO ist das Kompetenzzentrum des Schweizer Bundes für zentrale Fragen der Wirtschaftspolitik.
Ein Entlastungspaket war für 2027 vorgesehen, u.a. für Interreg. Dieses Paket wurde aber vom Parlament abgelehnt, was zur positiven Konsequenz hat, dass der CH-Bund sich in einem ähnlichen Rahmen wie bei Interreg VI beteiligen wird. Bei den Kantonen ist dies noch zu klären aber es ist vorgesehen, dass die Schweiz sich weiterhin beteiligen wird.
Im letzten Tagesordnungspunkt wurde Herr Regierungspräsident Klaus Tappeser verabschiedet. Herr Mario Bauer bedankt sich für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Des Weiteren wurde Frau Dr. Doris Schnitzer (Amt der Vorarlberger Landesregierung, Netzwerkstelle Vorarlberg) aus der Interreg-Familie verabschiedet. Mario Bauer bedankt sich ebenfalls für die vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Die nächste Sitzung des Begleitausschusses findet am 16. Juni 2027 in Baden-Württemberg statt.
Nähere Informationen zum Begleitausschuss-Gremium finden Sie unter dem Menüpunkt:
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